Text Florian ‚doc‘ Kaps*

Fotos Niko Havranek

 

Was ist SUPERSENSE?
Wohl kein Tag vergeht, ohne das wir nicht zumindest einmal kopfschüttelnd, verwundert oder einfach nur verwirrt und neugierig gefragt werden, was wir hier eigentlich „machen“ oder „bezwecken“.
Mit großem Genuss antworten wir meist grausam ehrlich, dass wir es leider – oder aber eigentlich mehr Gottseidank – selber noch nicht genau wissen.
Und dass, obwohl wir schon seit über 5 Jahren in diesen magischen Hallen des Dogenhofs in Wien unser „Unwesen“ treiben und genussvoll und nach aller Sinneslust experimentieren.
Schon als kleines Kind hat mich dieser absolut verrückte Venezianische Palast, der am Ende des 19ten Jahrhunderts im Herzen Wiens erbaut worden war, in seinen Bann gezogen. Als ich dann als Erwachsener nach über 10-jährigem Kampf mit zitternden Händen den Mietvertrag unterschreiben durfte,  war mir nur eine Sache klar: Dieser magische Ort wird von uns nur und ausschliesslich mit all dem befüllt und belebt, was unser Herz schneller schlagen lässt.
In den folgenden Wochen ist eine auf den ersten Blick wilde Mischung aus Cafe – Werkstatt – Studio – Bühne – Büro und Shop und eigentlich noch 13 anderen Dingen entstanden. Eine Welt die sich ständig verändert und durch jeden einzelnen Besucher oder Partner wieder eine neue Wendung nimmt und eine neue Facette bekommt.

Die schönsten Momente passieren dann, wenn sich die Wege, Welten und Visionen von anderen Wahnsinnigen an diesem Ort kreuzen und positive Energie sprüht wie eine Zauberkerze am Christbaum. Wenn Freundschaften sich scheinbar in Millisekunden so vertraut anfühlen wie in der Sandkiste entstanden und Lebensmenschen aus dem Nichts auftauchen und Alles mit einem Lachen durcheinanderwirbeln, man 234 Sachen anpacken will, sofort, jetzt gleich und für immer.

So ist es letztes Jahr mit unseren neuen Freunden, der wundervollen „Gang“ aus der Langhe passiert, die nicht nur unser Herz erobert hat, sondern uns auch einen der schönsten Palastabende geschenkt haben, die wir bisher erleben durften. Mit sehr vielen Menschen die wir zum ersten Mal gesehen haben sind wir sofort Freunde geworden. Mit den unglaublichen Weinproduzenten Gianfranco Alessandria und Mauro Veglio, Ulla und Fabian vom Designstudio Schneeweis/Wittmann, die als Artists in Residence die Weinetiketten entworfen haben. Anja Kaufmann und natürlich Yvonne von SERAFINAquota,  die mit Ihrer Energie alles in ihren magischen Bann zieht.

Es war genau an diesem Abend an dem ich erschöpft von vielen Stunden an einem riesigen Parmesanlaib, plötzlich ganz genau gewusst habe, was mein Traum und meine Vision für SUPERSENSE ist. Ein Ort, wo genau solche Abende und hoffentlich noch viele weiteren passieren können, ohne, dass man lange planen muss. Ohne dass man verstehen muss warum?? Sondern wo man einfach mit offenem Herzen und leuchtenden Augen hemmungslos glücklich geniessen und einfach nur Mensch sein kann.

Es gibt auf der Welt nichts mächtigeres als eine Vision die Wirklichkeit wird.

 

*Florian „doc“ Kaps ( Text Designfestival Bern)

Florian heisst „doc“ und wurde irgendwie berüchtigt, weil er sich auf unmögliche Projekte spezialisiert hat. Vielleicht, weil er 2008 im Rahmen des Impossible Projects die letzte Polaroid-Filmfabrik gerettet und neu gestartet hat und seitdem nicht widerstehen kann, gefährdete analoge Technologien in seiner analogen Wunderkammer Lab namens SUPERSENSE zu überdenken, zu entstauben und zu feiern. Aufbau von neuem Bewusstsein und Märkten auf der ganzen Welt. Sich mit anderen verrückten Visionären zu verbinden, um Dinge zu tun, die große Unternehmen nicht einmal erahnen können.